
Am 6. März stand der Weltgebetstag ganz im Zeichen Nigerias. Unter dem Motto „Kommt! Bringt eure Last.“ feierten gläubige Menschen in ökumenischen Gottesdiensten rund um den Globus diesen besonderen Tag. Die diesjährige Liturgie stammt aus Nigeria – einem Land, das wie kaum ein anderes mit großen Herausforderungen und vielfältigen Lasten konfrontiert ist.

Nigeria ist eine naheliegende Wahl, wenn es um das Tragen und Teilen von Lasten geht: Auf dem Land transportieren Frauen buchstäblich ihre Lasten auf dem Kopf, und auch gesellschaftlich und politisch ist das Land mit schweren Bürden konfrontiert. Die Sicherheitslage ist angespannt, insbesondere durch jüngste US-Militäraktionen gegen Terroristengruppen im Nordwesten, denen Morde an Christen vorgeworfen werden.

Trotz aller Widrigkeiten bewahren sich viele Nigerianerinnen und Nigerianer Hoffnung und Vertrauen in Gott. Ihre Gebete, Lieder und bewegenden Lebensgeschichten prägten die diesjährige Liturgie. Besonders die Emotionalität der nigerianischen Frauen beeindruckte die Gottesdienstbesucher: „Es sind Geschichten, die unter die Haut gehen, die aber auch eine große Versöhnlichkeit zeigen“, so eine Teilnehmerin. Die Liturgie spiegelte die Kreativität und Lebendigkeit des Landes wider und lud dazu ein, sich auf Klang und Inhalt einzulassen.

Der zentrale Gedanke lautet: „Es wird schon werden, Gott ist da.“ Frauen in Nigeria vertrauen stärker auf göttliche Unterstützung als dies beispielsweise in Europa der Fall ist. Die unterschiedlichen Herangehensweisen machen den Weltgebetstag besonders: Er bietet Gelegenheit, verschiedene Länder, Kulturen und Glaubensrichtungen kennenzulernen und die globale Vielfalt des Glaubens zu erfahren.

Brücken bauen, Gerechtigkeit und Frieden standen im Mittelpunkt. In einer Zeit geopolitischer Unsicherheiten setzt der Weltgebetstag ein Zeichen der Hoffnung und des Zusammenhalts. Die gemeinsame Gebetsbewegung gibt Kraft zum Widerstand und zum Durchatmen – gemeinsam mit Frauen weltweit für Frieden zu beten, ist eine beeindruckende Idee.

Der Weltgebetstag findet jährlich am ersten Freitag im März statt. Auch in Deutschland folgten einige hunderttausend Menschen der Einladung. Das Deutsche Komitee des WGT unterstützt mehr als 100 Partnerorganisationen mit Projekten für Frauen und Mädchen weltweit.

Auch die evangelische Ulrich Kirche in Wilchenreuth präsentierte sich liebevoll und farbenfroh geschmückt. Mädchen und Frauen beider Konfessionen gestalteten den Gottesdienst. Nach dem inspirierenden Gottesdienst wurden die Besucher kulinarisch verwöhnt: Im evangelischen Gemeindehaus gab es landestypische Speisen. Das Organisationsteam dankte allen Helferinnen und Helfern für die großartige Unterstützung.

Die große Anteilnahme zeigte sich auch in der Spendenbereitschaft:
615 Euro wurden gesammelt und für die Projektarbeit des Weltgebetstags überwiesen. Das Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Würde von Frauen und Mädchen weltweit ist ein starkes Zeichen der Hoffnung.
